Alle Artikel
Kommunikation

Grenzen verhandeln, ohne dass es sich wie ein Vertrag anfühlt

Die Ja/Nein/Vielleicht-Liste und warum getrennt ausfüllen der Trick ist.

5 Minuten Lesezeit

Die häufigste Schwierigkeit beim Aushandeln ist nicht Uneinigkeit, sondern Peinlichkeit. Etwas laut auszusprechen, das man vielleicht möchte, ist schwerer als es anzukreuzen.

Deshalb funktioniert die Ja/Nein/Vielleicht-Liste so gut: Beide füllen sie getrennt aus, und danach wird nur die Schnittmenge gezeigt. Was einer ablehnt und der andere nie erwähnt hat, kommt schlicht nicht zur Sprache.

Harte und weiche Grenzen

Weiche Grenzen sind der Bereich, in dem die meisten Missverständnisse entstehen. „Ich hab doch nicht Nein gesagt" ist keine Zustimmung.

  • Harte Grenze — kommt nicht infrage. Keine Diskussion, kein „vielleicht später".
  • Weiche Grenze — wäre unter bestimmten Umständen denkbar, aber nur nach ausdrücklichem Gespräch.

Wann neu verhandeln

Grenzen verschieben sich mit der Zeit, in beide Richtungen. Ein fester Termin — alle drei bis sechs Monate — nimmt dem Thema die Schwere. Wer weiß, dass in vier Wochen ohnehin gesprochen wird, muss nicht jedes Unbehagen sofort zum Thema machen.

Ein Vertrag mit Ablaufdatum ist deshalb kein Misstrauen, sondern Fürsorge.

Passt dazu

Grenzen verhandeln, ohne dass es sich wie ein Vertrag anfühlt · Touchypaws