In der Szene kursieren drei Abkürzungen, die alle dasselbe Problem behandeln: Wie geht man mit Praktiken um, die ein Risiko tragen?
SSC — Safe, Sane, Consensual
Sicher, bei klarem Verstand, einvernehmlich. Der älteste Ansatz und der am leichtesten zu merkende. Schwäche: „sicher" ist keine Kategorie, die es gibt. Fast nichts ist sicher, vieles ist nur unterschiedlich riskant.
RACK — Risk-Aware Consensual Kink
Risikobewusst statt risikofrei. Beide informieren sich über die konkreten Gefahren einer Praktik und entscheiden dann. Ehrlicher als SSC, weil es nicht so tut, als gäbe es Sicherheit.
PRICK — Personal Responsibility
Ergänzt RACK um die Eigenverantwortung: Jede Person ist selbst dafür zuständig, sich zu informieren, statt sich auf die Einschätzung der anderen zu verlassen.
Praktisch heißt das
- Vor einer neuen Praktik lest ihr euch beide unabhängig ein.
- Ihr benennt, was schiefgehen kann — konkret, nicht abstrakt.
- Ihr klärt, was ihr im Ernstfall tut, bevor der Ernstfall eintritt.
- Bei allem, was Atmung, Blutfluss oder Nerven betrifft: erst Kurs, dann Praxis.